Schule
Jedem schulischen Bildungs-, Erziehungs- und und Unterrichtshandeln ist (auch) ein gesellschaftlicher Auftrag erteilt: Die Schüler:innen sollen im Sinne jener Prinzipien gebildet, erzogen und unterrichtet werden, die dem Selbstverständnis der jeweiligen Gesellschaft entsprechen. Wobei die Klärung dessen, was die (öffentlich in Anspruch genommenen oder aber tatsächlichen) Prinzipien gesellschaftlichen Lebens sind, ihrerseits fortwährender Gegenstand schulischen Bildungs-, Erziehungs- und und Unterrichtshandelns ist.
(Fach-)Didaktiken und Lehrpläne sind diesem Prinzipiellen verantwortet: Sie explizieren ihre Inhalte in Anerkenntnis des Rechtfertigungsdrucks, der ihm erwächst.
Konstitutive Mindest-Prinzipien liberal-demokratischer Gesellschaften sind das Rechtsstaatprinzip, das Säkularitätsprinzip und Menschenrechtsprinzip.
Religonsunterricht
Didaktik
In Abgrenzung von bloßer Katechese ist der konfessionelle Religionsunterricht in einer säkularen Gesellschaft dem gelingenden Leben der Schüler:innen verantwortet.
Der konfessionelle Religionsunterricht ist daher diakonisch (dienend) angelegt. Er widersetzt sich jeglicher Verzwecklichung des Menschen zu einer bloßen Funktion politischer, ökonomischer, kultureller, religiöser oder sonstiger Sollwerte.
Der katholische Religionsunterricht ist der Zusage verpflichtet, die Gott dem Menschen ist. Er bezeugt diese Zusage und gewinnt aus ihr den Blick auf das Leben. Im christlichen Verständnis sind jener Blick und dieses Leben – sind Zeit undd Ewigkeit – eine Einheit: Die christlichen Dogmen (Schöpfung, Inkarnation, Erlösung) bekennen die Menschwerdung Gottes und die Erlösung in der Zeit.
Ethikunterricht
Das gute Leben
Ethik beantwortet die Frage nach dem guten Leben durch die Ausformulierung einer ‚Methodologie der Lebenskunst‘. Diese indiziert allgemeine Formen gelingenden (guten) Lebens.
In dieser Methodologie der Lebenskunst lässt Ethik die ihr typische Strenge von Begriff und Argument walten, um nicht der (vulgär-)utilitaristischen Kasuistik summativer Glücksmomente zu unterliegen. Die Methodologie der Lebenskunst kann sich daher keinem vorgegebenen Gegenstand, keinem vorgegebenen Gehalt anpassen. Sie fixiert das Leben auf keinen ihm vorgegebenen Gehalt. Vielmehr erhebt die von ihr angeleitete Praxis den je relevanten Gehalt eines guten Lebens immer wieder neu in den Horizont des Bewusstseins. Aus ihm enstpringt dann, einmal als solch Orientierung-überhaupt eingerichtet, die orientierte und orientierende Gehaltlichkeit des guten Handelns eines guten Lebens.